... Belletristik im Frühjahr/Sommer 2005 ...
 
 
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Cecelia Ahern - Für immer vielleicht
Als der Vater von Alex von Irland nach Amerika versetzt wird, zieht seine Familie nach Boston. Schon bald beginnt er sein lang erträumtes Medizinstudium. Auch Rosie hat eine Zusage, dass sie in Boston einen Studienplatz im Studiengang Hotelmanagement bekommt. Doch die Dinge entwickeln sich total verquer ...
Witzig, frech und voller Sarkasmus hangelt sich Rosie durch die Fallstricke ihres Lebens - und die sind nicht zu knapp verteilt. Ob sich die beiden "Königskinder" noch bekommen werden?
 

Louis de Bernières - Traum aus Stein und Federn
In Eskibahce, einem kleinen, unscheinbaren Kaff in Anatolien ist die Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch in Ordnung.
"Es ist eine Stadt wie jede andere".

Der Streit entzündet sich, wie so oft, an der Schönheit einer Frau. Schon als kleines Mädchen bezaubert Philotei ihre Umgebung mit ihrem Liebreiz und Ibrahim, ihr Freund seit Kindertagen, begleitet sie auf Schritt und Tritt, doch die Liebe der beiden entzweit das ganze Dorf.
 

Paulo Coelho - Der Zahir
"Mein Zahir hat einen Namen und sein Name ist Esther." Esther ist seine vierte Ehefrau und sie hat ihn nach zehnjähriger Ehe ohne einen erklärenden Hinweis verlassen.
"Der Zahir" ist ein in vielen Teilen autobiografischer Roman und die spirituellen Ausflüge Coelhos sind sicher nicht der Geschmack eines jeden Lesers. Doch seine Ausführungen zum Wesen der Liebe als eine Form der Energie, sind durchaus lesenswert.
 

Per Olov Enquist - Das Buch von Blanche und Marie
Ein junger Österreicher namens Sigmund Freud, Albert Einstein plaudert mit Marie Curie, und ein gewisser Rutherford ist noch völlig unbekannt.
Per Olov Enquist macht es seinen Lesern nicht leicht und lässt sie einen simplen historischen Roman konsumieren. Nein, er schwelgt in Assoziationen, Bezügen und um in den vollen Genuss seiner Anspielungen zu kommen, lohnt eine zweite Lektüre.
 

Margaret Forster - 'Ich warte darauf, daß etwas geschieht'
Tagebücher einer völlig unbekannten Frau? Das klingt wenig spannend. Viel Alltag, kaum Abwechslung. Doch als Margaret Forster einen Blick in die Hefte wirft, ist sie überrascht und beschließt als Herausgeberin zu fungieren.
Margaret Forster, die nach "Ich glaube, ich fahre in die Highlands", "Christabel" oder "Nichts wird mehr sein, wie es war" ihr Faible für das alltägliche Leben von Frauen unter Beweis gestellt hat, beschreibt mit Millicent wieder einen starken Frauencharakter.
 

Marianne Frederiksson - Die Jahre mit Jan
Angelika und Jan sind für ihre Freunde das Traumpaar schlechthin. Sie arbeitet als Krankenschwester vor allem in der Pflege krebskranker Patienten, und Jan ist ein angesehener Mathematiker und forscht auf dem Gebiet der Genetik.
Interessant sind Jans und Angelikas Gespräche. Sie unternehmen Ausflüge in die Philosophie, Religion, und versuchen sich hierüber ihre unterschiedlichen Weltbilder zu erklären.
 

Amelie Fried - Rosannas Tochter
Als Aimées Mutter Rosanna bei einem Autounfall stirbt, ist es für Josch selbstverständlich, dass er sich um ihre Tochter kümmert, hat er doch viele Jahre mit Rosanna und Aimée verbracht, auch wenn er nicht der leibliche Vater des Mädchens ist. "Sie gehört zu meinem Leben, hatte Josch gesagt, ich hoffe, du wirst sie mögen."
Ein Roman, der unsere gesellschaftliche Realität in Form der Patchwork - Familie ganz gut widerspiegelt.
 

Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein
Mit leichten Dialogen und kurzen Sätzen erzählt Anna Gavalda temporeich ihren bislang längsten Roman, wobei keine Seite zu viel ist.
Philibert, Franck, Camille und Paulette sind Menschen, die es nicht einfach haben. Sie sind in ihren Gefühlen verletzt, sind unsicher und finden sich in der Gesellschaft nur schwer zurecht.
 

Kathryn Harvey (Barbara Wood) - Wilder Oleander
Seit vielen Jahren wird Abby Tyler, Chefin des eleganten Ressorts "The Grove", in der Nähe von Palm Springs von der Polizei gesucht.
Leichte Lektüre für einen Urlaubstag mit knisternder Spannung und reichlich erotischen Fantasien.

 

Hari Kunzru - Grayday
Niemand hätte dem unscheinbaren Arjun Mehta zugetraut, dass er für den größten Virenangriff auf die Computersysteme der Welt verantwortlich ist. Denn eigentlich ist der Inder Arjun umgänglich und ungeheuer stolz darauf, dass er im amerikanischen Redmond einen guten Arbeitsplatz in der IT-Branche gefunden hat.
Hari Kunzru, geboren 1966, lebt heute in London und als Sohn einer Engländerin und eines Inders beschreibt er den Spagat Arjuns zwischen Ost und West aus eigener Erfahrung.
 

Marc Levy - Bis ich dich wiedersehe
Eigentlich hat der Kunstsachverständige Jonathan für einen Auftrag in London keine Zeit, denn schon in wenigen Wochen wird er die Malerin Anna, seine große Liebe, heiraten. In London lernt er aber Clara kennen ....
Der französische Besteller-Autor Levy, beschreibt in seinem Roman "Bis ich dich wiedersehe" eine Liebe, die sich über alle zeitliche Grenzen hinwegsetzt. Ein reizvoller Gedanke, doch seine Hauptfiguren sind blass geraten und wirken hölzern. Auch der Plot wurde etwas grob zusammengeschustert. Schade
 

Eva Menasse - Vienna
Eva Menasse erzählt in ihrem Roman "Vienna" die Geschichte ihrer österreichischen Familie.
Mit einem ganzen Bündel an traurigen Ereignissen und amüsanten Anekdoten plaudert Eva über ihre Familie und unterhält mit einer guten Portion Wiener Schmäh.
 

Anchee Min - Die letzte Kaiserin
Der chinesische Kaiser sucht unter den schönsten Frauen seines Landes sieben aus, die er alle zu seiner Frau machen will, mit gewissen Rangunterschieden. Dieser heute sehr modernen Form des Castings stellt sich auch das Mädchen Orchidee, um der arrangierten Ehe mit einem unsympathischen Mann zu entkommen. Orchidee wird auserwählt in der Verbotenen Stadt als vierte Ehefrau des Kaisers zu residieren. Die Zwänge, denen sie sich zu unterwerfen hat, sind immens.
Für die historischen Details und die atmosphärische Stimmung nimmt sich Anchee Min viel Zeit. Sehr anschaulich schildert sie die das alltägliche Leben am Hof, die prächtigen Kleider, das Zeremoniell und die strengen Regeln. Ein historischer Roman, der das Leben in der Verbotenen Stadt im 19. Jahrhundert mit allen Glanz- und Schattenseiten beleuchtet.
 

Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe
Die Spur führt zurück in das Dorf Mala und die Familiengeschichten der verfeindeten Sippen der Schahins und der Muschtaks.
Rafik Schami besitzt den Erzähleratem und auch das Talent der orientalischen Geschichtenerzähler. Über drei Generationen schwelgt er in den grandiosen Abenteuern von Liebe, Hass und Tod seiner Figuren.
 

János Székely - Verlockung
Allein der erste Satz hat es in sich: "Mein Leben begann wie ein Kriminalschmöker: Man wollte mich ermorden."
"Verlockung" ist ein großartiger Roman, ein riesiges gesellschaftliches Panorama, erzählt in einer Vielzahl von Lebensgeschichten der kleinen Leute, der den Leser völlig gefangen nimmt. Eine Entdeckung!
 

Catherine Texier - Victorine
Victorine entschließt sich nicht spontan mit Antoine nach Indochina zu gehen.
Am Ende wagt sie, ohne jemandem einen Brief oder eine Notiz zu hinterlassen, den Sprung ins Ungewisse. Mit zweiunddreißig Jahren, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, lässt sie alles aus ihrem früheren Leben zurück und fängt noch einmal von vorne an. "Danach hat sie ihr ganzes Leben gesucht, nach diesem Gefühl schierer Freude."
 


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        © Manuela Haselberger