... Belletristik im Winter 2003-2004 ...
 
 
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Asfa-Wossen Asserate - Manieren
Anstandsregeln und Manieren erfreuen sich seit Neuestem wieder einer gewissen Renaissance - da kommt Asserates (Hör-)buch gerade recht, um darüber zu berichten wie weit es in dieser Beziehung mit den Deutschen steht.
Zusammenfassend darf aber gerne festgehalten werden, dass man Asserates (Hör-)Buch nicht allzu ernst nehmen sollte, obwohl er sich wunderbar ausdrücken kann.
 

Tom Coraghessan Boyle - Drop City
Wie war das, in einer Hippie-Kommune zu leben?
T.C. Boyle verrät es seinen Lesern - und zwar, was wirklich war mit Sex & Drugs & Rock´n Roll - stimmt alles - mehr war aber auch nicht los, aber es klingt wesentlich besser, wenn T.C. Boyle es beschreibt.
 

Wolfram Fleischhauer - Das Buch, in dem die Welt verschwand
Ein noch unbekannter Professor namens Kant schreibt in Königsberg ein Buch mit dem Titel "Kritik der reinen Vernunft". Ein einziges Buch, das von allen Seiten gefürchtet wird, weil es eine vollkommen neue Weltsicht definiert.
Wolfram Fleischhauer hat in seinem historischen Kriminalfall versucht auf diesem Hintergrund die dunkle Zeit vor dem Beginn der Aufklärung einzufangen.
 

Ken Follett - Mitternachtsfalken
»Mit welchen Mitteln gelingt es den Deutschen, die feindlichen Maschinen so frühzeitig zu orten?« fragen sich die Engländer während des Wk II immer wieder.
Dieses spannende Katz-und-Maus-Spiel zwischen Geheimdienst und Polizei schildert Follett einfach großartig. Darin ist er zweifellos Meister.
 

Jonathan Franzen - Die 27. Stadt
Der Roman spielt in den 80er-Jahren. Soeben hat die neue Polizeichefin S. Jammu ihren Job übernommen. Die Highsociety von St. Louis ist skeptisch. Eine Frau? Noch dazu aus Indien? Keiner ahnt, dass S. Jammu exzellent auf ihren Job vorbereitet ist und mit großen Zielen antritt. Sie ist nach Amerika gekommen, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten richtig Geld zu verdienen.
Aus vielen Perspektiven betrachtet Franzen den Untergang der einst blühenden Stadt am Mississippi. Und im Kleinen, in der Sezierung der Familie Probst ist sein späterer Erfolg mit "Die Korrekturen" bereits voraus zu ahnen.
 

Pierre Frei - Onkel Toms Hütte, Berlin
Das ist Geschichte, Berlin 1945, die NS-Zeit 33-45, das ist ein Krimi, ein Serienmörder, das ist ... einfach toll zu lesen.
Hautnah die Anfänge der amerikanischen Besatzung in Berlin und, in Episoden, das Leben in den frühen 30ern der Nazizeit in der Hauptstadt. Pierre Frei schreibt absolut authentisch.
 

Jostein Gaarder - Das Orangenmädchen
Georg kann es selbst kaum fassen. Seit mehr als elf Jahren ist sein Vater tot und heute hält er einen Brief des Verstorbenen in den Händen. Einen dicken Umschlag für ihn, so steht es auf der Adresse. Was hat der Vater ihm zu sagen?
"Das Orangenmädchen" zählt zu Jostein Gaarders schönsten Büchern bisher und erzählt eine der berührendsten Lovestorys überhaupt. Unbedingt lesen!
 

Rebecca Gablé - Die Siedler von Catan
Wer´s noch nicht gespielt hat, den wird´s soundso noch packen.
Aber eins ist gewiss: Wer gerne real und gut recherchierte historische Romane liest, der wird hier ums Jahr 850 aber voll auf seine Kosten kommen - das war einfach eine geniale Idee und ein kluger Schachzug.
 

Michael Gerber - Barry Trotter und die schamlose Parodie
Mit seinem Buch "Barry Trotter und die schamlose Parodie" nimmt er alles aufs Korn, was Potter - Fans bislang hoch und heilig war
Man kann getrost darauf verzichten Barry Trotter näher kennen zu lernen - sein Namensverwandter Harry Potter lohnt mehr.
 

John Griesemer - Rausch
Wir denken immer nur, wir seien modern - aber die Geschichte der Technik hatte immer Konjunktur, z.B. als Ludlow davon träumte Amerika und England mit einem Telegraphenkabel zu verbinden, das war immerhin 1857.
Und dass so eine Geschichte spannend erzählt werden kann, das beweist der neue Autor am Literaturhimmel der USA: John Grisemer kann trockene Technikhistorie mit so viel unglicklicher Liebesgeschichte verpacken, das sowohl Leer als auch Leserinnen das als non-plus-ultra empfinden.
 

Erwin Koch - Sara tanzt
"Solange du redest, lassen sie dich am Leben."
Sara Broffe, 37 Jahre alt und Mutter von vier Kindern, arbeitet, ebenso wie ihr verstorbener Ehemann, im Widerstand gegen die Militärdiktatur. Sie wird bei der Übergabe eines Films verhaftet, eingesperrt und gefoltert.
 

Judith Lennox - Zeit der Freundschaft
Eine Clique junger Leute ist dabei, das Leben nach dem einschneidenden Erlebnis des Krieges wieder neu zu ordnen.
Wer Rosamunde Pilcher mag, wird Judith Lennox ebenso lieben.
 

Colum McCann - Der Tänzer
Eine fiktiven Biografie mit dem Star des Balletts, Rudolf Nurejew.
"Der Tänzer" ist eine sperrige Lektüre, die versucht das Einmalige dieses zum Mythos gewordenen Tänzers einzufangen - ein Leben in ständiger, rastloser, aber perfekter Bewegung.
 

Allison Pearson - Working Mum
Voller Witz beschreibt die englische Journalistin Allison Pearson den Alltag vieler Frauen, die in einer zirkusreifen Jonglier-Nummer Job, Kinder und Haushalt balancieren. Die kleinen Missgeschicke sind vorprogrammiert und das schlechte Gewissen ist die begleitende Hintergrundmusik dazu.
»Working Mum«ist ein Buch, das mit einem Augenzwinkern der besten Freundin in die Hand gedrückt wird - zwischen Pampers und Organizer findet es seinen Platz und wird mit Sicherheit voller Spaß und zustimmendem Nicken gelesen.
 

Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes
Im Friedhof der vergessenen Bücher wird Daniel Sempere als zehnjähriger sozusagen der Pate des offenbar letzten Exemplars des Buches "Der Schatten des Windes" von Julián Carax.
Und die nächsten Jahre seines Lebens wird ihn der Schriftsteller Julián Carax immer wieder beschäftigen, er wird ihn möglicherweise sogar aufspüren und tappt dabei auf ausgesprochen gefährlichem Terrain herum. Das ist ein Buch, das die Qualität von "Jenseits von Afrika" hat. Sie erinnern sich noch an den ersten Satz: "Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong-Berge ...."
 

Nicholas Sparks - Du bist nie allein
Julie ist gerade 24 Jahre alt, als ihr Ehemann Jim an einem Gehirntumor stirbt.
Und dann lernt sie Richard kennen - zunächst alles ganz harmlos ....
 

Graham Swift - Das helle Licht des Tages
Eigentlich ist die Ausgangssituation banal: Da gibt es einen Mann, der besucht immer wieder eine Frau, die im Gefängnis sitzt.
Zunächst alles englisch, kleinbürgerlich - Wimbeldon von ganz anderer Warte - und darin eingebettet, das Leben dieser Leute ... das ist spannend erzählt.
 

Susanna Tamaro - Draußen
Von einigen wird die Tamaro sehr geschätzt.
Vier Geschichten, vier Schicksale, der Blick der Schriftstellerin auf Einsamkeit und zwischenmenschliche Kälte aus unterschiedlichen Perspektiven.
 

Ljudmila Ulitzkaja - Die Lügen der Frauen
Ein Ferienaufenthalt Shenjas am Meer mit ihrem kleinen Sohn Sascha, Jahre später ihre Mitarbeit an einem Dokumentarfilm über Prostituierte in der Schweiz und am Schluss der größte Einschnitt - die Zeit nach ihrem Autounfall.
In einem schmalen Band mit nur 160 Seiten verpackt diese großartige Autorin eine Menge Lebenseinsichten, ganz ungekünstelt, mit einem sehr distanzierten Blick.
 

Dirk Wittenborn - Unter Wilden
Finn betreibt empirische Feldforschung in der Gesellschaft der Reichen in New Jersey. Mit seinem scharfen, sezierenden Blick des pubertierenden Jungen stellt Finn schon bald fest, dass die ungehemmte Auslebung der Triebe völlig unabhängig vom Grad der Zivilisation ist.
"Unter Wilden" ist ein Buch, das den Geruch von schwülem Sex verströmt und eigentlich müssten riesige Rauchwolken aus den Seiten aufsteigen, bei der Menge an Dope, die ständig konsumiert wird.
 

Stefanie Zweig - Owuors Heimkehr
Erinnern Sie Sich noch an den Koch aus dem Film "Nirgendwo in Afrika" ?
In sechs neuen Erzählungen reist Stefanie Zweig noch einmal mit ihren Lesern nach Kenia und schildert, was aus Owuor, dem klugen und geschickten Koch der Familie Redlich aus "Nirgendwo in Afrika" wurde.
 


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        © Manuela Haselberger