Maria Nurowska - Ehespiele (Buchtipp/Rezension/lesen)





Ehespiele
Maria Nurowska - Ehespiele

aria ist Schriftstellerin und lebt zusammen mit ihrem Mann, einem Journalisten und Literaturkritiker in Polen. Sie schätzt vor allem die intellektuelle Gemeinschaft in ihrer Ehe. Mehr als die Wirklichkeit selbst, interessiert sie die Beschreibung der Realität. Aus einer Laune heraus ermuntert sie, ein Jahr nach ihrer Hochzeit, ihren Ehemann geradezu, eine junge Frau, die sie beide zufällig in einem Hotel kennenlernen, zu verführen.

Ihr Mann läßt sich bereitwillig auf ihr Spiel ein und Daria ist zunächst froh, ihn an eine andere Frau losgeworden zu sein, auch wenn es sie schon etwas kränkt, daß er ihrer nicht ganz ernstgemeinten Aufforderung so prompt und ohne zu zögern nachgekommen ist. Schon bald gibt es für beide Ehepartner bei diesem Spiel kein Zurück. Die eheliche Treue existiert nicht länger und Daria ist nach einiger Zeit nicht mehr in der Lage, die zu Beginn als harmlose Spinnereien konzipierten Ehespiele zu ertragen. Aus ihrer Not heraus erschießt sie ihren Mann mit einem Revolver. Erst im Gefängnis hat sie die nötige Zeit und Ruhe, nachdem sie für ihre Tat verurteilt wurde, alles noch einmal zu überdenken.

Maria Nurowska, die in Warschau lebende Autorin des Romans "Ehespiele" spinnt die Erinnerungen Darias im Gefängnis wie lose Fäden, die der Leser erst nach und nach verknüpft und am Ende des Buches den gewaltsamen Tod des Ehemanns aus der Sicht Darias versteht. "Ehespiele" ist das einfühsame, sehr genaue Psychogramm einer kaputten Ehe, die schon nicht mehr zu retten war, als beide Partner noch davon überzeugt waren, glücklich verheiratet zu sein. © manuela haselberger

Maria Nurowska - Ehespiele
1995, Frankfurt, S. Fischer Verlag, 278 S., ehem. / ca 19.43 (gebunden)
1999, Frankfurt, S. Fischer Verlag, 278 S., ehem. / ca. 8.64 (Taschenbuch)

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© 22.9.1996 by Manuela Haselberger
Quelle: http://www.bookinist.de