Magdalen Nabb - Finchen im Herbst (Buchtipp/Rezension/Kinderbuch/Jugendbuch)
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  Lesealter: 6-8 Jahre  

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Finchen Schmidt öffnete die Haustür, blieb auf der Türschwelle stehen und schnupperte prüfend die Morgenluft. "Guten Morgen, Finchen", grüßte Frau Bock vom Laden an der Ecke gegenüber, die gerade die Treppe kehrte.

"GUTEN Morgen, Frau Bock", grüßte Finchen zurück. Dann betrachtete sie den Himmel genauer. Der breite Streifen zwischen den beiden Dachfirsten und den Schornsteinen strahlte tiefblau. Kein Wölkchen dort oben ...


Lesezitat nach Magdalen Nabb - Finchen im Herbst


Finchen im Herbst
Magdalen Nabb - Finchen im Herbst

ür Finchen ist der Herbst spannend. Endlich sind die Brombeeren reif und sie kann ihrer Oma helfen, einen köstlichen Geburtstagskuchen zu backen. Natürlich ist Finchen für den Belag zuständig. Und flugs sind alle Kinder in Finchens Straße beim Brombeeren pflücken.

Mit dem Herbst ist auch der Abschied vom Sommer verbunden, es fängt die Schule wieder an, das lässt sich leider nicht vermeiden. Wie es dazu kommt, dass in den ersten Schultagen die halbe Klasse von Finchen einen Zahn verliert, das ist eine ulkige Geschichte. Denn jetzt hat die Zahnfee richtig Arbeit bekommen.

Und natürlich gehört in England, dort lebt Finchen, zum Herbst ein richtiges Feuer am 5.November dazu. Doch Finchen ist erkältet. Was tun? Glücklicherweise hat ihre Mutter eine sehr gute Idee, wie Finchen dieses Jahr doch nichts verpasst. Selbst das Feuerwerk wird noch richtig toll.

In drei Geschichten, die Kinder ab ca. acht Jahren selbst lesen können, fängt die englische Autorin Magdalen Nabb die Erlebnisse ihrer kleinen Heldin ein. Allerdings ist Finchen sehr brav und folgsam. Ein bisschen frecher und aufmüpfiger dürfte sie schon sein, damit die Geschichten nicht allzu sehr mit erhobenem Zeigefinger daherkommen. Das wirkt beim Lesen recht anbiedernd. Es fehlt einfach ein frischer, unkomplizierter Ton. Schade, doch vielleicht wird Finchen mit zunehmendem Alter etwas unangepasster. Spätestens in der Pubertät wird sie vermutlich umso heftiger auf den Tisch hauen. © manuela haselberger


Magdalen Nabb - Finchen im Herbst
Originaltitel: "Josie Smith in Autumn " © 2000
Übersetzt: Ursula Kösters-Roth
Illustrationen von Karen Donelly
2001, Zürich, Diogenes Verlag, 96 S., 19.89 DM / ca. 9.90


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Fortsetzung des Lesezitats ...

Finchen und die Zahnfee Lena klapperte mit der Briefkastenklappe. "Ist sie fertig?!", rief sie durch den geöffneten Schlitz.
"Mama, Lena ist schon da!", rief Finchen erschrocken. "Ich komme zu spät!"
"Du kommst schon nicht zu spät", versuchte die Mutter sie zu beruhigen. "Iss rasch dein Frühstück auf."
"Das schaffe ich nicht mehr, ich komme sonst zu spät."
"Dann putz dir halt die Zähne. Wo ist deine Haarschleife?"
Finchen flitzte nach oben. Sie tat so, als putze sie die Zähne, bürstete sie aber ohne Zahnpasta.
Zum Schluss fuhr sie noch rasch über den Zahn, der ein bisschen wackelte. Finchen schaute sich im Spiegel an, lächelte glücklich und strich den kurzen, dichten Pony glatt, den Mama gestern Abend geschnitten hatte. Dann flitzte sie wieder nach unten. Lena klapperte am Briefkasten. Finchen flitzte nach oben, holte das Haarband und flitzte wieder nach unten, damit die Mutter ihr eine Schleife band. Lena klapperte am Briefkasten. Finchen flitzte nach oben, um sich von Percy zu verabschieden. "Heute fängt die Schule wieder an. Mama hat mir den Pony ganz toll geschnitten, und ich habe eine neue Strickjacke, und wir bekommen eine neue Lehrerin, und einen neuen Füller habe ich auch."
Rasch flitzte sie wieder nach unten und schlüpfte in den Anorak.
Lena klapperte am Briefkasten. Finchens Mutter steckte Finchen für die Pause einen Apfel in die Tasche, und dann ging Finchen aus dem Haus.
Rotbart saß vor der Tür und putzte sich. Finchen beugte sich zu ihm hinunter, um ihn zu streicheln, aber Lena sagte:
"Komm schon." Und dann sagte sie: "Wer hat dir denn die Haare geschnitten?"
"Meine Mama", antwortete Finchen.
"Ich gehe immer zum Friseur", sagte Lena.
"Ist mir doch egal", sagte Finchen, strich sich mit der Hand über den Pony und lächelte.
"Das ist ein Pi. . .pott-Schnitt~, sagte Lena.
"Ist es nicht", antwortete Finchen. Sie wusste nicht, was das war, ein Pi.. . pott-Schnitt, aber es hörte sich ziemlich schrecklich an.
"Ist es wohl", rief Lena. "Außerdem habe ich zwei neue Haarspangen und einen neuen Schulranzen, ätsch-bätsch!"
Finchen betrachtete die Haarspangen in Lenas blondem Lockenhaar. Es waren kleine, rosafarbene Püppchen aus Holz mit gelb gelocktem Haar und roten Punkten auf den Röcken. Lenas Schulranzen war auch rosa und gelb.
"Ist mir doch egal", antwortete Finchen, aber sie hatte die Augen rasch zugekniffen, denn das war gelogen. "Was hast du für die Pause dabei?"
"Eine Tüte Chips", sagte Lena, "und ein Milchbrötchen, das habe ich bei Frau Bock gekauft, und ein Riegel Schokolade. Und ich habe neue Filzstifte, eine große Packung, und ein Micky-Maus-Heft."
Finchen tastete nach dem runden, glänzenden Apfel in ihrer Tasche. Sie sagte nichts. Kurz bevor sie die Schule erreichten, kamen sie an Herrn Schuhmachers Schrebergarten vorbei. Herr Schuhmacher fütterte gerade die Hühner. Weiter hinten im Garten, beim Zaun, standen einige Reihen Salatköpfe und ein paar Dahlienbüsche. Finchen mochte Dahlien, ganz besonders die dunkelroten. Sie mochte auch die Hühner und wäre gerne ein wenig geblieben, um Herrn Schuhmacher zu helfen, wie sie es in den Ferien immer getan hatte. Aber heute fing die Schule wieder an, und sie musste hin, ohne neue Haarspangen, ohne neuen Ranzen, ohne Chips und Milch-brötchen und Schokolade und ohne neue Filzstifte. Sie tastete nach ihrem Pony, aber jetzt lächelte sie nicht mehr. Was das wohl war, ein ..... pott-Schnitt?

Die Sonne schien. Die Luft war frisch und roch nach Laub und Schinkenbroten. Im Schulhof spielten die Jungen lärmend Fußball.
"Gib ab, Grafi, gib ab!"
"Hierher! Ich steh ganz frei! Zu mir!" "Das war ein Foul!"
"Gib sofort den Ball zurück oder du kannst was erleben!"
Finchen und Lena blieben auf der anderen Seite des Schulhofs und spazierten Arm in Arm am Zaun entlang.
"Soll ich dir ein Geheimnis verraten?", fragte Lena. "Aber du darßt es nicht weitersagen. Niemandem."
"Versprochen", sagte Finchen.
Lena flüsterte Finchen ins Ohr: "Wir lassen Gerrit und Robert im neuen Klassenraum nicht an unseren Tisch."
"Wie sollen wir sie daran hindern?", fragte Finchen. "Am letzten Schultag vor den Sommerferien hat uns Frau Wohlrab gezeigt, wo wir sitzen sollen."
"Das ist doch egal. Die neue Lehrerin kennt uns nicht und wird wohl kaum wissen, wer auf welchem Platz sitzt." S. 40
Lesezitate nach Magdalen Nabb - Finchen im Herbst












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© 4.10.2001 by
Manuela Haselberger
Quelle: http://www.bookinist.de